Taschen füllen am Kuckmalberg

Ein Erfahrungsbericht aus dem Waldkindergarten von Claudia

Die eine oder andere Mama/der eine oder andere Papa steht noch mit dabei in unserem "Zählkreis" am Forsthaus in Klotzsche, das macht den Abschied manchmal ein Stückchen leichter. Wettergerecht eingepackt, mal in Gummi- mal in Räuberhosen, darf ein Kind alle anderen zählen - ein beliebtes Ritual, welches auch die Kleinen sehr genießen.

Im Anschluss wird basisdemokratisch das Ziel des Tages erwählt: soll es heute an die Prießnitz gehen, zum Rindenboote bauen, Steine versenken, Matschen, Bauen, Sammeln... oder über die Piratenlichtung zum Kuckmal-Berg, dessen spannende Hänge nahezu jedes Kind verzücken? Oder lieber doch gleich zum Bauwagen, unserer Schutzburg, deren umliegendes Gelände mit Kletterbäumen, Sandwegen, Hügeln und auch teilweise dichterem Wald ebenso jede Menge Anlässe zum Spielen bereit hält? Die Mehrzahl der Kinder entscheidet und dann flitzen die meisten schon voraus Richtung Prießnitztal. Ganz nach dem Motto "Der Weg ist das Spiel" wird im Laufen, Rennen, Schländern auch schon mächtig geräubert, geeignete Stockpferde, Feenstäbe und Keulen werden entdeckt, einige ICE-Züge nehmen ihre volle Fahrt auf und die Schätzesammler haben oft schon unterwegs Hände und Taschen gefüllt. Am Spielplatz der Wahl angelangt suchen sich alle ihren Frühstücksplatz aus, legen ihre Rucksäcke ab und versammeln sich zur 2. Runde im Kreis. Je nach aktuellem Anlass (Wetterlage, Geburtstag, eine neue Entdeckung) ist jetzt Zeit für Kreisspiele, Bewegungslieder, Feiern, situativ thematische Arbeit oder auch eine Erzählrunde nach dem Wochenende. Nach dem anschließenden Frühstück auf Wiese, Baumstumpf/-stamm oder auch an unserem mit Holzbänken und -tischen ausgestatteten Essensplatz direkt vor dem Bauwagen können die Kinder gleich losspielen. Meist sind auch alle gleich verschwunden und schnell in phantasievolle -u.a.- Rollen- und Konstruktionsspiele vertieft. Wenn das Wetter mitmacht können die Kinder auch ab und an besondere Materialien zum Spielen haben (denn prinzipiell ist eigenes Spielzeug im Wald nicht erwünscht): bei schönem Wetter sind die bunten Tücher zum Budenbauen, Räuber-/Prinzessin werden u.v.m. sehr beliebt. Ein Dauerbrenner sind die Schnitzmesser, Bohrer und Sägen. Selbst die Kleinen entwickeln erstaunlich schnell Geschick und Sicherheit im Umgang mit diesem Werkzeug; Es entstehen Bögen, Boote, Speere, Keulen oder einfach "nur" geschnitzte Stockkunstwerke. Manchmal wird zur Freude der Kinder auch eine Slackline gespannt - das fetzt!
um halb elf läuft ein Betreuer mit einigen Kindern, die Lust haben mitzukommen, mit dem Essenswagen los Richtung Prießnitz. An der Todbrücke wird die warme Mahlzeit aus der Kinderküche angeliefert, die im Wagen zurück zum Bauwagen gezogen wird - das würden meist am liebsten alle Kinder zugleich tun. Eine Stunde später ertönt dann die Waldflöte eines Betreuers - das Zeichen für die Kinder, sich zu versammeln. Die Kinder waschen sich die Hände, holen sich ihre eigene Essensbüchse (die als Teller fungiert und wieder mit nach Hause genommen wird), Sitzkissen und Flasche und sichern sich einen Platz an den Holztischen vor dem Bauwagen. Wenn das Wetter gar zu unwirtlich ist, kann die Gruppe auch im Bauwagen an Campingtischen essen - da ist es dann Dank dem kleinen Holzofen warm und trocken. Doch darauf greifen wir meist nur im Winter zurück, denn der warme Sommerregen lässt sich wunderbar mit Regenplanen auffangen, die uns auch beim Schlafen draußen wie ein Zelt vor der Nässe schützen. Von unten halten uns große Isomatten warm und trocken, die im Winter im Bauwagen auf einem großen Podest ausgebreitet werden. Einschlummern können die Kinder im eigenen Schlafsack, begleitet von ihrem liebsten Kuscheltier, einer Geschichte und einem Schlaflied. Die Betreuer legen sich mit auf die Matten zwischen die Kinder und begleiten sie liebevoll beim Einschlafen. Ab halb drei stehen die ersten aufgewachten Kinder auf, vespern und spielen am Bauwagen, bis sie von ihren Eltern, oft mit dem Fahrrad, abgeholt werden. Ein ausgefüllter Tag in der Dresdner Heide endet so für viele Kinder mit einer flotten Heimfahrt durch's Prießnitztal...

Fazit: Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, möchte den Wald als den schönsten, reizvollsten, interessantesten, ästhetisch wertvollsten Spielplatz überhaupt nicht mehr missen - einmal Waldkind, immer Waldkind!

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VSP e.V. - Waldkindergarten
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01067 Dresden
Tel.: 0351-2139130

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